Zum Inhalt springen
Institut DHIArbeitsbereich HautbarriereGegründet 2012
Unabhängiges Ratgeberportal

Trockene Haut

Trockene Haut im Winter: Warum sie kommt und was wirklich hilft

Jeden Winter das Gleiche. Die Redaktion erklärt die Mechanik dahinter und nennt die fünf Gewohnheiten, die mehr bewirken als jede neue Creme.

Verfasst
Redaktion Deutsches Hautinstitut
Stand
Oktober 2026
Lesezeit
3 Min.
Frau mittleren Alters am Fenster mit Teetasse, draußen Raureif, warmes Innenlicht

Im Winter arbeiten drei Faktoren gegen die Haut. Kalte Außenluft enthält wenig Feuchtigkeit und entzieht der Haut Wasser. Drinnen senkt die Heizung die relative Luftfeuchtigkeit oft auf 30 Prozent, die Haut verdunstet weiter. Und bei Kälte drosseln die Talgdrüsen ihre Produktion, der schützende Fettfilm wird dünner. Das Ergebnis kennt jeder: Spannen, Schuppen, bei empfindlicher Haut Juckreiz und Rötung.

Gewohnheit eins: kürzer und kühler duschen

Heißes Wasser löst Hautfette. Zehn Minuten unter der heißen Dusche nehmen der Haut mehr Schutz, als eine Creme zurückgibt. Lauwarm, fünf Minuten, Reiniger nur dort, wo nötig. Danach abtupfen statt rubbeln und innerhalb von drei Minuten eincremen, solange die Haut noch feucht ist.

Gewohnheit zwei: die Pflege umstellen

Was im Sommer passt, ist im Winter zu leicht. Reichhaltigere Cremes mit Fetten und Feuchthaltefaktoren wie Glycerin oder Harnstoff halten das Wasser in der Haut. Körperlotion nach jedem Duschen, nicht nur bei Bedarf. Lippen und Hände brauchen eigene Produkte, weil sie die wenigsten Talgdrüsen haben.

Gewohnheit drei: die Raumluft

Ein Hygrometer kostet wenig und zeigt, ob das Schlafzimmer unter 40 Prozent Luftfeuchtigkeit liegt. Wenn ja, hilft Lüften allein nicht; ein Luftbefeuchter oder Wasserschalen an der Heizung bringen den Raum in den Bereich von 40 bis 55 Prozent. Nicht höher, sonst droht Schimmel.

Gewohnheit vier: Kleidung

Wolle direkt auf der Haut reizt trockene Haut mechanisch. Eine Schicht Baumwolle oder Seide darunter löst das. Handschuhe im Freien schützen die Hände mehr als jede Creme. Kleidung aus synthetischen Fasern lässt Schweiß schlecht entweichen; bei juckender Haut lohnt der Blick auf das Etikett.

Gewohnheit fünf: von innen

Ausreichend trinken schadet nicht, löst trockene Haut aber nicht, denn das Problem sitzt in der Hornschicht, nicht im Körperwasser. Wichtiger ist eine Ernährung mit genügend Fett aus Nüssen, Ölen und Fisch. Alkohol und Nikotin verengen die Hautgefäße und verschlechtern die Versorgung.

Typische Problemzonen

Nicht die ganze Haut trocknet gleich schnell aus. Besonders betroffen sind Unterschenkel, Handrücken, Ellenbogen und Lippen, weil dort wenige Talgdrüsen sitzen. Am Schienbein zeigt sich trockene Haut oft als feines, rautenförmiges Schuppenmuster. Diese Zonen brauchen im Winter mehr Pflege als der Rest, oft eine eigene, fettreichere Creme. Auch das Gesicht verlangt mehr Aufmerksamkeit: Was im Sommer als Feuchtigkeitspflege reicht, ist im Winter für viele zu wenig. Bei längeren Aufenthalten in der Kälte schützt eine fettreiche Pflege besser als eine wasserreiche.

Peelings im Winter

Sanfte Peelings können schuppige Haut glätten, sollten im Winter aber seltener zum Einsatz kommen. Einmal pro Woche reicht, danach immer eincremen.

Häufige Fragen

Hilft Öl im Badewasser?

Badeöle können die Austrocknung durch das Bad abmildern. Lange, heiße Bäder bleiben trotzdem ungünstig. Achtung: Öl macht die Wanne rutschig.

Ist trockene Haut im Winter ein Zeichen von Flüssigkeitsmangel?

Selten. Das Problem sitzt in der äußersten Hautschicht. Ausreichend trinken ist sinnvoll, ersetzt aber keine Pflege.

Sollte ich im Winter seltener duschen?

Tägliches Duschen ist möglich, wenn es kurz und lauwarm ist und mit milder Reinigung erfolgt.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose.

Zurück zu allen Beiträgen

Weitere Ratgeber